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Integrierende Ressourcen (Loseblattsammlung)

Diese Arbeitsunterlage beschreibt die Katalogisierung von gedruckten integrierenden Ressourcen (Loseblattsammlung).
Für integrierende Online-Ressourcen gibt es eine eigene Anleitung: Integrierende Online-Ressourcen

Die Arbeitsunterlage steht auch als PDF-Dokument mit einem zusätzlichen, erläuternden Beispiel zur Verfügung.

Erstelldatum: 2020-11-10
Letzte inhaltliche Aktualisierung: 2020-11-11

Dieses Arbeitspapier wurde von der ZR-FE am 10.11.2020 genehmigt.
Kommentare und Anmerkungen zu diesem Papier richten Sie bitte an: zentralredaktion@obvsg.at


Vorbemerkung

In dieser Arbeitsunterlage wird die Katalogisierung von gedruckten integrierenden Ressourcen (Loseblattsammlungen) im OBV erläutert. Dabei ist Folgendes zu beachten:
Bibliografische Datensätze von Loseblattsammlungen (= gedruckten integrierenden Ressourcen) sollen nicht mit der ZDB verlinkt werden. Der Bestand von Loseblattsammlungen wird auch nicht an die ZDB gemeldet. Das hat unter anderem folgenden Hintergrund:
Einige Regelungen dieser Arbeitsunterlage betreffend die Beziehungen von integrierenden Ressourcen zu anderen Werken/Expressionen/Manifestationen weichen bewusst von der Schulungsunterlage Modul 5B.08 "Neue Beschreibungen" und im Folgenden auch von der "ZDB-Erfassungshilfe zu integrierenden Ressourcen" ab. Weder die Schulungsunterlage noch die Erfassungshilfe berücksichtigen die Beziehungskennzeichnung „Ersetzt durch“ bzw. „Ersatz von“, die als wichtigste Beziehungskennzeichnung für integrierende Ressourcen in Modul 35 des CONSER Cataloging Manual vom Program for Cooperative Cataloging angeführt wird. Durch deren (völlig regelwerkskonformen) Einsatz wird auch bereits Kompatibilität mit dem Konzept WEM-Lock in Post-3R-RDA erreicht.
 
Einige MARC21-Codierungen können aus dem PICA-Format nicht kreiert werden, weshalb diese Codierungen beim Import des Datensatzes aus der ZDB mit einem nichtzutreffenden Standard-Wert belegt werden.
 
Deshalb müssen beim Import von Datensätzen aus der ZDB die ZDB-Nummer maskiert und gegebenenfalls etwaige vorhandene Beziehungen und Codierungen entsprechend angepasst werden, siehe dazu im Besonderen die Abschnitte 008 Feld mit fester Länge zur physischen Beschreibung - integrierende Ressource, 035 System-Kontrollnummer und Änderungen, die eine neue Beschreibung erforderlich machen.

Grundsätzliches

Integrierende Ressourcen sind neben den monografischen und fortlaufenden Ressourcen die dritte Publikationsform, die nach RDA definiert ist. Sie umfassen beispielsweise Loseblattsammlungen, dynamische Online-Ressourcen etc. In der Regel werden integrierende Ressourcen umfassend in einer zusammengesetzten Beschreibung erfasst. Die Beschreibung erfolgt konsequent nach dem Latest-Entry-Prinzip, d.h. auch der bevorzugte Titel des Werks wird immer dem neuesten Stand angepasst.

Anmerkung: Bei einigen D-A-CH-Anwendungsregeln wurden integrierende Ressourcen nicht explizit berücksichtigt. Hier ist das Ermessen des/der Katalogisierenden gefragt.

Integrierende Ressourcen zeichnen sich dadurch aus, dass Inhalte aktualisiert bzw. geändert, diese Änderungen aber in die Ressource als Ganzes aufgenommen werden. Die Änderungen bleiben also nicht eigenständig. Nach erfolgter Aktualisierung sind die einzelnen Änderungen nicht mehr als solche erkennbar, da sie ein Teil der Ressource selbst geworden sind.

Anmerkung: Fallweise erscheinen Ressourcen zunächst in Lieferungen, die anschließend in einem Band zusammengefasst werden. Es ist dabei zu unterscheiden, dass diese Lieferungen den Inhalt des Bandes vervollständigen und nicht aktualisieren. Solche Ressourcen werden als (mehrteilige) monografische Ressourcen angesehen. Der Begriff „Lieferungswerk“ ist in der RDA nicht (mehr) definiert.

Iteration

Die Instanz (=„Ist-Zustand“) einer integrierenden Ressource wird auch als Iteration bezeichnet. Das kann die ursprüngliche Ressource (=so wie sie ursprünglich erschienen ist), oder die Ressource, nachdem sie aktualisiert worden ist, sein.

Achtung: Da eine Iteration immer als Ganzes betrachtet wird, ist nach RDA nicht vorgesehen, dass Grundwerk und Aktualisierungen als Teile oder Zählungseinheit aufgeführt werden.

Allgemeine Beispiele für integrierende Ressourcen

Gedruckte integrierende Ressource

Ein typisches Beispiel für eine integrierende Ressource im Bereich der gedruckten Medien ist die Loseblattsammlung. Eine solche startet in der Regel mit einem Grundwerk (=Grundlieferung), zu welchem dann Ergänzungslieferungen in regelmäßigen oder unregelmäßigen Abständen erscheinen, meistens mit aufsteigender Zählung.
Dabei können entweder zusätzliche Blätter in das Grundwerk eingelegt, oder neue Blätter gegen ältere ausgetauscht werden. Das kann auch die Titelseiten betreffen.

Integrierende Ressource auf elektronischem Datenträger

Erscheint eine integrierende Ressource in elektronscher Form auf einem physischen Datenträger, z.B. auf CD-ROM, dann bleiben die einzelnen Teile mit den jeweiligen Aktualisierungen zwar weiterhin unterscheidbar, die Ressource wird aber trotzdem als integrierende Ressource beschrieben, da der jeweils neueste Datenträger alle früheren Datenträger ersetzt.

Integrierende Online-Ressource

Das sind beispielsweise dynamische E-Books, Datenbanken oder Websites, deren Inhalte laufend ergänzt bzw. aktualisiert werden.

Art der Beschreibung

Integrierende Ressourcen werden in der Regel umfassend beschrieben, das Erscheinungsdatum wird dabei offen gelassen. In einer Anmerkung wird verankert, welche Iteration als Vorlage für die umfassende Beschreibung dient (wird bei jeder Aktualisierung der Aufnahme angegeben). Liegt die letzte Iteration vor (laut Angabe in der Ressource oder aus sonstigen Informationsquellen), wird die Jahresangabe komplettiert.
Besteht eine Loseblattsammlung aus mehreren Bänden und weisen diese Bände zitierbare Titel auf, ist auch eine hierarchische Beschreibung möglich. Im übergeordneten Satz werden nur die Elemente, die sich auf die Loseblattsammlung als Ganzes beziehen, beschrieben.

Besondere Aspekte bei der Erschließung von gedruckten integrierenden Ressourcen (Loseblattsammlung)

Die Eigenschaft einer integrierenden Ressource, dass gegebenenfalls Seiten, also auch Titelseiten, entfernt oder ausgetauscht werden, führt zu besonderen Regelungen für diese Publikationsform in einigen Bereichen.

Das Prinzip Latest entry

Die zusammengesetzte Beschreibung wird bei integrierenden Ressourcen immer konsequent der neuesten vorliegenden Iteration angepasst, sowohl auf Werk- als auch auf Manifestationsebene.
Ist dies nicht möglich, werden die Teile der Iteration (z.B. Grundwerk und Ergänzungen) als Sammelinformationsquelle herangezogen. In einer Anmerkung (500 ##) wird auf die zur Beschreibung herangezogene Iteration hingewiesen.

Das Latest-Entry-Prinzip gilt auch bei Änderungen der Verantwortlichkeit, der Verantwortlichkeitsangabe, der Veröffentlichungsangabe etc.
Frühere Varianten und Sucheinstiege können verankert werden, wenn sie als wichtig für den Zugang angesehen werden.

LDR Leader (Satzkennung)

Position 7: i - integrierende Ressource
Position 19: #
Ein Großteil der Datensätze für integrierende Ressourcen im Verbund wurde noch vor dem Umstieg von MAB auf MARC21 katalogisiert. Bei der Migration dieser Datensätze in das neue Datenformat wurde im LDR die Position 19 mit „a“ (Set bei mehrteiligen Monografien) ausgefüllt, da im MAB-Format als Codierung für integrierende Ressourcen dieselbe Codierung wie für eine mehrteilige Monografie verwendet wurde.


Für neu zu erstellende Datensätze gilt, dass Position 19 anders codiert wird! In der Vorlage losebl ist die Position 19 mit „#“ entsprechend vorausgefüllt.

007 Feld mit fester Länge zur physischen Beschreibung - Allgemeine Information

Position 0: t - Text
Position 1: d - Text in Loseblattordner
Die Codierung td gilt nur für gedruckte integrierende Ressourcen. Für elektronische Ressourcen werden spezifische Codierungen verwendet.

008 Feld mit fester Länge zur physischen Beschreibung - integrierende Ressource

Position 6: c - laufende integrierende Ressource
d - bereits abgeschlossene integrierende Ressource
Position 7-10 Erscheinungsjahr der Grundlieferung in normierter Form
Position 11-14 Erscheinungsjahr der abschließenden Ergänzungslieferung in normierter Form
(noch nicht abgeschlossen: 9999)
Position 18: Angabe der Erscheinungsfrequenz
Position 21 l - Loseblattsammlung wird geändert
Position 34 2 - Integrierter Eintrag

Position 18: Wenn sich für eine integrierende Ressource eine Erscheinungsfrequenz bestimmen lässt, wird diese in codierter Form in Feld 008 an Position 18 angegeben. Folgende Codierungen stehen zur Verfügung:
Wert Häufigkeit
# keine bestimmbare Häufigkeit
a jährlich
b zweimonatlich
c halbwöchentlich
d täglich
e zweiwöchentlich
f halbjährlich
g zweijährlich
h dreijährlich
i dreimal pro Woche
j dreimal pro Monat
k fortlaufend geändert
m monatlich
q vierteljährlich
s halbmonatlich
t dreimal im Jahr
u unbekannt
w wöchentlich
z andere
Ist die Erscheinungsfrequenz durch keine Codierung abgedeckt, wird sie in einer Anmerkung im Feld 500 verbal formuliert. Wenn sich keine Erscheinungsfrequenz für die integrierende Ressource bestimmen lässt, wird # keine bestimmbare Häufigkeit vergeben. Dieser Wert ist in der Vorlage losebl vorausgefüllt.

Ab Position 18 entsprechen die Codierungen denen des Materialtyps „Continuing Resources“ (fortlaufende Ressourcen).
Anmerkung: Bei elektronischen integrierenden Ressourcen stehen für Position 21 andere Codierungen zur Verfügung und es muss auch Position 23 entsprechend befüllt werden.

Position 21: Für eine Loseblattsammlung wird hier der Wert „l“ angegeben. In der Vorlage losebl ist die Position entsprechend codiert. Achtung: Beim Import von Datensätzen aus der ZDB muss der Wert händisch auf „l“ ausgebessert werden!

Position 34: Für eine Loseblattsammlung wird hier der Wert „2“ angegeben. In der Vorlage losebl ist die Position entsprechend codiert. Achtung: Beim Import von Datensätzen aus der ZDB muss der Wert händisch auf „2“ ausgebessert werden!
(Bei migrierten Datensätzen wurde fallweise der Wert „1“ vergeben.)

020 Identifikator bei Loseblattsammlungen

Für Loseblattsammlungen, die aktualisiert werden, wird die Erläuterung „Loseblattsammlung“ zum Identifikator hinzugefügt:

020 ## $$a 3824571307 $$q Loseblattsammlung

035 System-Kontrollnummer (nur bei Import aus der ZDB)

Bibliografische Datensätze für Loseblattsammlungen, die aus der ZDB importiert werden, müssen in Feld 035 mit dem Präfix „ZDB-“ maskiert werden, um die Verlinkung mit der ZDB aufzuheben:

035 ## $$a (DE-600)ZDB-...

1XX/7XX Haupt-/Nebeneintragung für Personen, Familien oder Körperschaften

In Bezug auf Personen, Familien oder Körperschaften, die mit einer integrierenden Ressource in Verbindung stehen, gelten dieselben Regelungen wie für monografische oder fortlaufende Ressourcen, d.h. es können sowohl geistige Schöpfer als auch Sonstige und Mitwirkende vorkommen.

245 Titelangabe / 247 Änderungen im Titel

Der Haupttitel wird aus der Informationsquelle übertragen.
Bei offensichtlichen Tippfehlern im Titel wird – analog zu den fortlaufenden Ressourcen – die korrigierte Schreibweise in 245 X0 $$a eingetragen. Die vorliegende Titelfassung (=mit Tippfehler) wird als abweichender Titel (246 3#) aufgenommen, es kann auch zusätzlich eine entsprechende Anmerkung in 500 ## erfolgen.

Ändert sich der Titel einer integrierenden Ressource, wird nicht zwischen wesentlichen oder unwesentlichen Titeländerungen unterschieden. Es werden auch keine Titelsplits durchgeführt. Der neueste Titel wird angegeben, sowohl auf Manifestations- als auch auf Werkebene. Ein gegebenenfalls vorhandener Werknormsatz muss daher auch angepasst werden.


Frühere Titel werden angegeben, sofern sie für die Identifizierung oder den Zugang als wichtig angesehen werden. Der ursprüngliche Titel wird dabei in 247 00 $$a $$g Earliest title angeführt, etwaige weitere frühere Titel in jeweils ein eigenes Feld 247 00 $$a. In Unterfeld $$f wird die zeitliche Gültigkeit der Titelfassung angeführt.

Beispiel: bis zur Ergänzungslieferung Oktober 2006 lautete der Titel „Praxishandbuch Windows Security Administration“, ab der Ergänzungslieferung Februar 2007 lautet der neue Titel „Windows Security Administration“:

Bis Ergänzungslieferung Oktober 2006:
245 00 $$a Praxishandbuch Windows Security Administration
500 ## $$a Identifizierung der Ressource nach: Aktualisierungslieferung Oktober 2006


Ab Ergänzungslieferung Februar 2007:
245 00 $$a Windows Security Administration
247 00 $$a Praxishandbuch Windows Security Administration $$f Haupttitel 2002-2006 $$g Earliest title
500 ## $$a Identifizierung der Ressource nach: Aktualisierungslieferung Februar 2007

Bei wechselnden Titelvarianten, Ungenauigkeiten etc. kann auf eine Titelanpassung verzichtet werden. Es genügt, darauf in einer Anmerkung hinzuweisen.

250 Ausgabebezeichnung

Ausgabebezeichnungen werden der Vorlage entsprechend erfasst. Bei Neuauflagen von Grundwerken kann optional ein Ausgabevermerk erfasst werden, wenn es für die Identifizierung der Ressource als wichtig angesehen wird.

Beispiele
250 ## $$a 2. Auflage
250 ## $$a Neue überarbeitete Ausgabe
250 ## $$a 19. Wahlperiode
250 ## $$a [Neuauflage]

264 Veröffentlichungsangabe

Die aktuelle Veröffentlichungsangabe erfolgt entsprechend dem Latest-Entry-Prinzip im Feld 264 3X.
Wenn sich die früheste Veröffentlichungsangabe von der aktuellen unterscheidet, wird sie in Feld 264 #X eingetragen. Etwaige weitere frühere Veröffentlichungsangaben werden in jeweils ein eigenes Feld 264 2X eingetragen.
X steht dabei für: 0=Entstehungsangabe, 1=Verlagsangabe (häufigster Fall), 2=Vertriebsangabe, 3=Herstellungsangabe, 4=Copyrightangabe

Beispiel: bis zur Ergänzungslieferung Dezember 2006 erschien die Ressource im INTEREST Verlag in Augsburg, ab der Ergänzungslieferung Februar 2007 im Verlag WEKA Media GmbH & Co. KG in Kissing.

Bis Ergänzungslieferung Dezember 2006:
264 31 $$a Augsburg $$b INTEREST Verlag $$c Oktober 2002-


Ab Ergänzungslieferung Februar 2007:
264 31 $$a Kissing $$b WEKA Media GmbH & Co. KG $$c Februar 2007-
264 #1 $$a Augsburg $$b INTEREST Verlag $$c Oktober 2002-Dezember 2006
500 ## $$a Identifizierung der Ressource nach: Aktualisierungslieferung Februar 2007

300 Umfangsangabe

Die Erfassung der Art der Einheit sowohl bei noch laufenden als auch bei abgeschlossenen integrierenden Ressourcen ist fakultativ. Bei einer noch laufenden Loseblattsammlung lautet die Angabe „Bände (Loseblattsammlung)“. Ist die Ressource abgeschlossen, kann fakultativ die Anzahl der Einheit ergänzt werden.
300 ## $$a Bände (Loseblattsammlung)
300 ## $$a 2 Bände (Loseblattsammlung)

500 Zugrunde liegende Iteration

Die Iteration, die der Aufnahme zugrunde liegt bzw. bei einer Online-Ressource entsprechend das Datum, an dem die Ressource eingesehen wurde, werden in einer Anmerkung verankert.
500 ## $$a Identifizierung der Ressource nach: Grundwerk Oktober 2002 Beispiel für eine Loseblattsammlung
500 ## $$a Identifizierung der Ressource nach: Aktualisierungslieferung Februar 2007 Beispiel für eine Loseblattsammlung
500 ## $$a Identifizierung der Ressource nach: Stand: 04.05.2020 Beispiel für eine Online-Ressource

500 Erscheinungsfrequenz

Lässt sich die Erscheinungsfrequenz einer integrierenden Ressource durch keine der in Feld 008 an Position 18 vorgegebenen Codierungen darstellen, kann die Erscheinungsfrequenz verbal formuliert in einer Anmerkung in Feld 500 angegeben werden.

Auf frühere bzw. wechselnde Erscheinungsfrequenzen kann in einer eigenen Anmerkung hingewiesen werden. Die aktuelle Erscheinungsfrequenz wird codiert in Feld 008 an Position 18 angegeben.

Änderungen, die eine neue Beschreibung erforderlich machen


Folgende Änderungen führen zu einer neuen Beschreibung einer integrierenden Ressource:
  • Änderung der Erscheinungsweise
  • Änderung des Medientyps
  • Neuauflage des Grundwerks einer Loseblattausgabe
  • Änderung des Ausgabevermerks (Geltungsbereich, Reichweite)

Änderung der Erscheinungsweise

Ändert sich die Erscheinungsweise einer integrierenden Ressource zu einer fortlaufenden oder monografischen Ressource (und umgekehrt), wird die integrierende Ressource anhand der letzten vorliegenden Iteration abschließend beschrieben. Für die neue Manifestation wird ein neuer Datensatz erstellt.
Beziehungen zwischen integrierenden und monografische Ressourcen werden über die Felder 780/785 02 $$i Ersatz von/Ersetzt durch $$t … zueinander in Beziehung gesetzt. Beziehungen zwischen integrierenden und fortlaufenden Ressourcen werden über 780/785 00 $$i Fortsetzung von/Fortgesetzt durch ausgedrückt.

Beispiel: Die Loseblattsammlung „Weiterbildungspreis Rheinland-Pfalz“ wird als monografische Ressource mit dem neuen Titel „Dokumentation zum Weiterbildungspreis Rheinland-Pfalz“ fortgesetzt

Datensatz der integrierenden Ressource
245 00 $$a Weiterbildungspreis Rheinland-Pfalz
785 02 $$i Ersetzt durch $$t Dokumentation zum Weiterbildungspreis Rehinland-Pfalz


Datensatz der monografischen Ressource:
245 00 $$a Dokumentation zum Weiterbildungspreis Rheinland-Pfalz
780 02 $$i Ersatz von $$t Weiterbildungspreis Rheinland-Pfalz
Beispiel: Die Loseblattsammlung „Cinegraph“ erscheint zukünftig als fortlaufende Ressource unter demselben Titel. Da der bevorzugte Titel des Werks in beiden Fällen identisch ist, muss der normierte Sucheinstieg für das Werk in den Beziehungsfeldern unterschieden werden. Am einfachsten und aussagekräftigsten ist es, hierfür die Erscheinungsweise als unterscheidendes Merkmal (in Klammer dem Titel nachgestellt) heranzuziehen. Die Beziehung zwischen den Ressourcen kann in einer Anmerkung noch weiter spezifiziert werden, um die Interpretation zu erleichtern.

Datensatz der integrierenden Ressource
130 0# $$a Cinegraph $$g integrierende Ressource
245 00 $$a Cinegraph
785 00 $$i Fortgesetzt durch $$t Cinegraph (fortlaufende Ressource) $$w (AT-OBV)AC... (des Datensatzes der fortlaufenden Ressource)
500 ## $$a Erscheint ab 2015 als fortlaufende Ressource

Datensatz der fortlaufenden Ressource
130 0# $$a Cinegraph $$g fortlaufende Ressource
245 00 $$a Cinegraph
780 00 $$i Fortsetzung von $$t Cinegraph (integrierende Ressource) $$w (AT-OBV)AC... (des Datensatzes der integrierenden Ressource)
500 ## $$a Erschien bis 2014 als integrierende Ressource
Beispiel: Die Loseblattsammlung „Lexikon des internationalen Films“ erscheint zukünftig als fortlaufende Ressource mit dem neuen Titel „Film heute“

Datensatz der integrierenden Ressource
245 00 $$a Lexikon des internationalen Films
785 00 $$i Fortgesetzt durch $$t Film heute $$w (AT-OBV)AC...


Datensatz der fortlaufenden Ressource:
245 00 $$a Film heute
780 00 $$i Fortsetzung von $$t Lexikon des internationalen Films $$w (AT-OBV)AC...

Änderung des Medientyps

Bei integrierenden Ressourcen führt eine Änderung des Medientyps ebenfalls zu einer neuen Beschreibung. Dabei ist es unerheblich, ob eine geringfügige oder gravierende Änderung des Haupttitels vorliegt.

Beispiel: eine gedruckte Loseblattsammlung wird als integrierende Online-Ressource fortgeführt.

Beide Beschreibungen werden über 780/785 02 Ersatz von/Ersetzt durch in Beziehung gesetzt.
Wichtig: Ändert sich der Titel nicht, muss der normierte Sucheinstieg für das jeweilige Werk unterschieden werden. Am einfachsten und aussagekräftigsten ist es, hierfür den Medientyp als unterscheidendes Merkmal (in Klammer dem Titel nachgestellt) heranzuziehen.

Datensatz der Loseblattsammlung
130 0# $$a IT-Grundschutzhandbuch $$g Druckausgabe
245 00 $$a IT-Grundschutzhandbuch
785 02 $$i Ersetzt durch $$t IT-Grundschutzhandbuch (Online-Ressource)

Datensatz der integrierenden Online-Ressource
130 0# $$a IT-Grundschutzhandbuch $$g Online-Ressource
245 00 $$a IT-Grundschutzhandbuch
780 02 $$i Ersatz von $$t IT-Grundschutzhandbuch (Druckausgabe)

Anmerkung: Erscheint eine Loseblattsammlung gleichzeitig in anderer physischer Form (z.B. als inhaltsgleiche CD-ROM-Ausgabe), können beide Manifestationen über das Feld 776 08 $$i Erscheint auch als $$n … $$t … zueinander in Beziehung gesetzt werden, da es sich um eine parallele Erscheinungsweise handelt.

Neuauflage des Grundwerks einer Loseblattsammlung

Bei einer Neuauflage des Grundwerks wird eine neue Beschreibung erstellt. Eine Neuauflage liegt vor, wenn anstelle einer Aktualisierung ein komplett neu gedrucktes Grundwerk erscheint. Die umfassende Beschreibung der alten Auflage wird abgeschlossen.
Beide Beschreibungen werden über 780/785 02 Ersatz von/Ersetzt durch in Beziehung gesetzt.

Datensatz des alten Grundwerks
785 02 $$i Ersetzt durch $$t ...

Datensatz der Neuauflage des Grundwerks
780 02 $$i Ersatz von $$t ...

Änderung des Ausgabevermerks (Geltungsbereich, Reichweite)

Die Entscheidung, wann eine neue Beschreibung bei einer Änderung im Ausgabevermerk erfolgt, wird analog zu den fortlaufenden Ressourcen getroffen. Für eine detaillierte Erläuterung siehe Modul 5B.08 Neue Beschreibungen
Änderungen im Ausgabevermerk, die eine wesentliche Änderung des Geltungsbereichs oder der Reichweite einer integrierenden Ressource darstellen (damit gemeint ist z.B. eine andere geografische Abdeckung), implizieren ein neues Werk und bedingen somit eine neue Beschreibung.
Beide Beschreibungen werden über 780 bzw. 785 zueinander in Beziehung gesetzt.
785 02 $$i Ersetzt durch $$t ...

bzw.
780 02 $$i Ersatz von $$t ...

Bei unwesentlichen Änderungen genügt eine entsprechende Anmerkung im Datensatz.

Bestand bei Loseblattsammlungen

Grundsätzlich steht es jeder Institution frei, die Art und im Weiteren die Verwaltung des Bestandes von integrierenden Ressourcen selbst festzulegen.

Für den Bestandsdatensatz von Loseblattsammlungen gibt es in Alma keine eigene Vorlage. Eine Möglichkeit wäre, für neu zu erstellende Bestandsdatensätze von integrierenden Ressourcen die Vorlage für einen Bestandsdatensatz von fortlaufenden Ressourcen nachzunutzen.

Diese Methode wird im Folgenden beschrieben. Dabei ist zu beachten:

Bei integrierenden Ressourcen (LDR Pos. 7 „i“) werden die Bestände NICHT an die ZDB geliefert und müssen daher auch NICHT den Bestandskonventionen für fortlaufende Ressourcen entsprechen!

LDR Leader (Satzkennung) - Bestandsdatensatz

LDR Wert
Position 6* x - Einzel-Exemplarbestand
y - Zeitschriften-Exemplarbestand
v - Mehrteiliger Exemplarbestand
Position 17** Codierungsstufe
Position 18*** n - keine Exemplar-Information
i - Exemplar-Information
*Position 6 ist entsprechend der ausgewählten Vorlage (Bestandsdatensatz Einzel: x, Bestandsdatensatz FSW: y) codiert. Bei migrierten Bestandsdatensätzen für integrierende Ressourcen wurde fallweise der Wert „v“ (=mehrteiliger Exemplarbestand) vergeben.

Für neu zu erstellende Bestandsdatensätze wird Position 6 entsprechend der Vorlage für fortlaufende Ressourcen mit y codiert.

** Die Codierungsstufe an Position 17 ist ebenfalls entsprechend der ausgewählten Vorlage befüllt (Bestandsdatensatz Einzel: 1, Bestandsdatensatz FSW: 3). Bei migrierten Bestandsdatensätzen für integrierende Ressourcen wurde fallweise der Wert „1“ vergeben.

Für neu zu erstellende Bestandsdatensätze wird Position 17 entsprechend der Vorlage für fortlaufende Ressourcen mit 3 codiert.

***An Positon 18 wird angegeben, ob Exemplar-Information im Datensatz vorhanden ist oder nicht. In den Vorlagen Bestandsdatensatz Einzel und Bestandsdatensatz FSW ist der Wert „n“ vorausgefüllt. Bei migrierten Bestandsdatensätzen für integrierende Ressourcen wurde fallweise der Wert „i“ vergeben.

Für neu zu erstellende Bestandsdatensätze wird Position 18 entsprechend der Vorlage für fortlaufende Ressourcen mit n codiert.

852 Standort - Bestandsdatensatz

Bei migrierten Bestandsdatensätzen ist fallweise die Codierung im Leader an Position 6 entweder mit x (Einzel-Exemplarbestand), y (Zeitschriften-Exemplarbestand) oder v (mehrteiliger Exemplarbestand) belegt worden. Je nachdem unterscheiden sich die Indikatoren in Feld 852:
LDR Pos. 6 852 Indikatoren
x 8#
y 81
v 81

Für neu zu erstellende Bestandsdatensätze werden entsprechend der Vorlage für fortlaufende Ressourcen die Indikatoren 81 verwendet.

852 81 $$b Bibliothek $$c Standort $$h Signatur $$...*
*Weitere Unterfelder nach Bedarf/Gebrauch an der jeweiligen Institution.

866 Zusammenfassende Bestandsangabe - Bestandsdatensatz

Grundsätzlich steht es jeder Institution frei, die Art und im Weiteren die Verwaltung des Bestandes von integrierenden Ressourcen selbst festzulegen.

Für den Bestandsdatensatz von Loseblattsammlungen gibt es in Alma keine eigene Vorlage. Eine Möglichkeit wäre, für neu zu erstellende Bestandsdatensätze von integrierenden Ressourcen die Vorlage für einen Bestandsdatensatz von fortlaufenden Ressourcen nachzunutzen.

Im Folgenden wird die Angabe des Bestandes bzw. von Lücken für integrierende Ressourcen beispielhaft demonstriert und erfolgt dabei ähnlich zu den fortlaufenden Ressourcen im Feld 866 30 $$a $$z, weicht aber bewusst von den strengen formalen Vorgaben für fortlaufende Ressourcen ab, d.h. das Unterfeld $$9 für eine einleitende Floskel wird nicht verwendet.

Bei integrierenden Ressourcen (LDR Pos. 7 „i“) werden die Bestände NICHT an die ZDB geliefert und müssen daher auch NICHT den Bestandskonventionen für fortlaufende Ressourcen entsprechen!

Kommentare zur zusammenfassenden Bestandsangabe können im Feld 866 #0 $$a eingetragen werden.

Beispiele für abgeschlossene Loseblattsammlungen

Beispiel
866 30 $$a Grundwerk (2000); Suppl. 1 (2001) - 4 (2007)

oder
866 30 $$a Grundwerk inkl. Suppl. 4 (2007)

Beispiel
866 30 $$a Grundwerk, 5. Aufl. (2000); Erg.-Lfg. 1 (2001) - 11 (2009)

oder
866 30 $$a Grundwerk, 5. Aufl. inkl. Erg.-Lfg. 11 (2009)
Beispiele für noch laufende Loseblattsammlungen

Idealerweise sollte immer der aktuelle Stand angegeben werden:

Beispiel
866 30 $$a Grundwerk, 4. Aufl. (2017); Erg.-Lfg. 1 (2017) - 15 (2020)

oder
866 30 $$a Grundwerk 4. Aufl. (2017) inkl. Erg.-Lfg. 15 (2020)
In Ausnahmefällen können auch allgemeinere Formulierungen verwendet werden, die allerdings zu einem Informationsverlust für die Leser*innen führen:

Beispiel
866 30 $$a Grundwerk (Stand 2014) und Ergänzungslieferungen zur Fortsetzung

980 2# Zuordnung NTU - Bestandsdatensatz (optional)

Der Bestandsdatensatz von integrierenden Ressourcen kann im Feld 980 2# folgendermaßen gekennzeichnet werden:
980 2# $$a kennzeichnende Floskel
Die kennzeichnende Floskel wird von der Institution vorgegeben. (An der UBS wird beispielsweise „Lbl“ verwendet, an der UBW „Loseblattausgabe“.)
Die Bestandsdatensätze können in Alma dann nach der kennzeichnenden Floskel über die erweiterte Suche folgendermaßen gesucht werden:

Physische Titel > Bestand > Zuordnung NTU (980)

losebl suche lokal.PNG

Gegebenenfalls ist bei einigen Institutionen dieses Feld für die Suche nicht indexiert. Erkundigen Sie sich in diesem Fall bei den jeweiligen Systembibliothekaren.

Materialart - Exemplar

Für die Exemplare von Loseblattsammlungen gibt es die Materialart „Loseblattsammlung“. Bei Nichtbuch-Materialien wird der entsprechende Datenträger als Materialart ausgewählt, z.B. „CD-ROM“ bei einer CD-ROM-Ausgabe.
Bei migrierten Exemplaren finden sich häufig auch folgende Materialarten: „ZS/JB-Band“, „Zeitschriftenheft“, „Buch“.

Praktische Tipps zur Verwaltung von Loseblattausgaben in Alma

Auch für die Bestellung und Verwaltung der Ergänzungslieferungen von Loseblattausgaben steht es jeder Institution frei, ihre eigene Vorgehensweise festzulegen. Im Folgenden werden zwei mögliche Herangehensweisen vorgestellt:
  1. Die Bestellung als „Gedrucktes Buch - zur Fortsetzung“ anlegen, die Mappen als Exemplare eingehen lassen und die einzelnen Ergänzungen in der Bestellung bei den Notizen aufführen.
  2. Die Bestellung als „Gedruckte Zeitschrift - Abonnement“ anlegen und sowohl die Mappen als auch die Ergänzungen als Exemplare aufführen. Bei regelmäßigen Ergänzungen kann auch ein Vorhersagemuster angelegt werden.
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